Das Limesmuseum in Aalen live erleben

Das Limesmuseum in Aalen live erleben

Das Limesmuseum in Aalen live erleben

Bei der Ankunft am Limesmuseum glaubt der Besucher, zunächst falsch zu sein. Eine Baustelle mit Bauzäunen empfängt ihn. Doch ein großes Plakat am Zaun klärt schnell auf: Das Limesmuseum wird derzeit umgebaut und ist demzufolge bis Herbst 2018 geschlossen. Doch keine Sorge, der Besuch ist nicht umsonst: Im ehemaligen Haus der Stadtgeschichte beginnt nun der Start zur Tour durch den archäologischen Park. Gut markiert findet der Römerfreund leicht dorthin. Hier erwartet den Gast alles Wissenswerte rund um die römische Zeit. Die Beschreibungen sind gut lesbar und einfach gehalten.  Auch für Kinder sind sie gut verständlich.

Der Aufbau eines Kastells wird hier beschrieben. Wie auch das Leben im und um das Kastell.  Alles wird mit Fundstücken veranschaulicht. Gerade für Kinder bietet dieser Ersatz für den entfallenen Besuch des Limesmuseums einiges. Es können hier Puzzle wie zur Zeit der Römer ebenso auch Brettspiele aus dieser Zeit gespielt werden. Wer möchte kann sich darüber hinaus als Römer verkleiden. Gerade im Sommer bietet die angenehme Kühle des Limesmuseumsersatzes eine angenehme Atmosphäre.

Start des Rundgangs um das Limesmuseum

Nun kann der Rundgang durch den archäologischen Park beginnen. Es geht über den St.Johann-Friedhof. Die hohen Bäume werfen angenehm Schatten. Die Tafeln berichten vieles über das Reiterkastell, das anfangs hier stand. Im Fundament der St.-Johann-Kirche sind noch die Steine des Kastells eingearbeitet. Da das Kastell im frühen und hohen Mittelalter als Steinbruch diente.

Limesmuseum und Kastellgelände

Blick vom Hügel auf das Limesmuseum und das Kastellgelände. Foto: Ulrich Sauerborn, Limesmuseum Aalen

Das Besondere des Aalener Reiterkastells ist die Entfernung zum Limes. Während die anderen römischen Kastelle direkt am Limes gebaut wurden, ist dieses fünf Kilometer davon entfernt. Hinter der Kirche am Friedhof sind die Grundmauern des Haupttores zu erkennen. An jeder Station wird auf Schautafeln erklärt, an welcher Stelle des Reiterkastells sich der Besucher befindet und wie der archäologische Pfad weiterführt.

Der alte Friedhof St-Johann

Beim Weg über den alten Friedhof fällt auf, dass dieser selbst ein Museum ist. Hier erkennt man die Wandlung der Grabsteinkunst. Später sind hierzu auch römische Grabsteine zu sehen. So fällt ein Vergleich leicht. Auf diesem Friedhof werden seit 1952 keine neuen Gräber mehr angelegt.  Die Familiengräber bleiben jedoch erhalten und in diesen dürfen auch noch Bestattungen stattfinden. Leicht steigt der Weg an, so, wie es schon zur Zeit der Limes-Verteidigungs-Anlage war. Beim Eintritt in den Bereich des Haupthauses wird dann klar warum der Weg genau so angelegt ist: Auf diese Art wirkten die Bauten  mächtiger. Und es wird auch klar, welche Leistung die Römer hier erbracht hatten. Denn nicht nur mit dem Bau des Schutzwall Limes, auch die Kastelle sind imposant.

Das 1800 Jahre alte Aalener Kastell war das größte nördlich der Alpen und durch seine Reiter schnell bereit, den Limes zu sichern. Die meisten Exponate des Limesmuseums befinden sich derzeit im Zentralen Fundarchiv des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg in Raststatt. Doch im Areal des ehemaligen Haupthauses sind interessante Ausstellungsstücke zu sehen. Ein römischer Kran zeigt hierzu, wie zu jener Zeit die Steine bewegt wurden. Hier offenbart sich einmal mehr das technische Wissen und Verständnis der Römer.

Das Kastell, auf dem das Limesmuseum gebaut ist, wurde einhundert Jahre benutzt. Interessante Bilder auf der Freifläche lassen die Zeit aufleben. Dadurch wird alles auch für Kinder interessant. Zwar ist die Zeit, als die Geschichten von Asterix und Obelix die Menschen an den Limes lockten, vorbei. Als UNESCO-Welterbe wird das Limesmuseum in Aalen aber dennoch von vielen Nationen besucht. So hört man neben Deutsch auch englisch, niederländisch, italienisch und spanisch. Das gesamte Areal gehört zum Welterbe, was selten ist. Der Besucher wandelt im, von der UNESCO ausgewiesenen, roten Bereich. Dieser wird so genannt, weil hier Plünderungen, Kunstraub und konfliktbedingte Zerstörungen verhindert werden sollen.

Ruhepause im Park

Der Park hinter dem Limesmuseum lädt dann auch zum Verweilen ein. Sitzbänke geben Gelegenheit, sich auszuruhen. In den Bäumen des Friedhofes zwitschern die Vögel. Während der Zeit des römischen Reiterkastells ging es hier bestimmt lauter und hektischer zu. Von oberhalb des Stabsgebäudes, der höchsten Stelle des archäologischen Pfades, hat man einen wunderbaren Blick über die gesamte Anlage. Innerhalb der alten Mauern ist jedoch gutes Schuhwerk empfohlen, da es sich auf dem Kies sonst unangenehm laufen lässt. Bei einem näheren Blick auf die Schautafeln fällt auf, wie schwer es die Limeserbauer da offenbar haben mussten, wenn sie in ihren Sandalen unterwegs waren. Dazu kam sicher dann häufig die schwere Ausrüstung, welche im nachgebauten Reitstall zu bestaunen ist. Es müssen harte harte Bedingungen gewesen sein, die die römischen Soldaten damals zu erdulden hatten. Ein Graffito an der Wand zeigt, dass die Umstände auch zur damaligen Zeit mit Humor genommen wurden.

Nach dem Rundgang steht der Besucher nun wieder vor dem Limesmuseum. Der 400 Meter lange Weg fasziniert, die moderne Zeit scheint vergessen.  Durch ein Drehkreuz geht es wieder hinaus zum Parkplatz vor der Stadthalle. Erst jetzt taucht man erneut ein in die Gegenwart.

23. – 24. September 2017

Unter dem Titel „Vita Romana“ präsentieren römische Handwerker, Musiker und Künstler an Ständen rund um das LIMU 16/18 auf dem UNESCO-Welterbegelände römische Lebensart.

Alle wichtigen Informationen zum Limesmuseum finden Sie unter:

https://www.aalen-tourismus.de/kultur-tourismus.259.htm

Das Limesmuseum wird derzeit grundlegend energetisch erneuert und didaktisch völlig neu konzipiert. Die Museumsausstellung ist deshalb geschlossen.
Die neue Dauerausstellung im LIMU 16/18 gibt während dieser Zeit einen kompakten Überblick zur Geschichte der Römer in Aalen und entlang des Limes.

Geöffnet: Täglich außer Montag
10.00 – 17.00 Uhr
Feiertage geöffnet.

Preise:

Erwachsene:                                                                                               2,50€
Reduzierter Eintritt für Kinder
und Jugendliche von sechs bis 16 Jahre,
Schüler, Studenten, Schwerbehinderte,
Wehrpflichtige, Zivildienstleistende,
Arbeitslose und Rentner                                                                       2,00€
Kinder unter 6 Jahre                                                                               frei

Michael Scheidle, Fotos Ulrich Sauerborn, Limesmuseum Aalen

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