Guter Wein in guter Gesellschaft

Guter Wein in guter Gesellschaft

Guter Wein in guter Gesellschaft

Als Weinlaie sitzt man mit Marcel Mühlberger vom Weinmarkt Grieser einem Experten gegenüber, der Wein nicht nur verkauft, sondern ihn lebt. Mit jeder Pore, mit einem Strahlen in den Augen. Er schwärmt von dem Geruch, überdies von der Farbe und vom Aroma. Diese Leidenschaft für den guten Tropfen macht auch das Gespräch mit ihm aus. Und sie ist es schließlich, die die Kundschaft so sehr schätzt. Jeder ist hier herzlich willkommen in dieser Familie, die Wein so ambitioniert zugetan ist. Dies kommt nicht von ungefähr. Jeden Freitag findet ein Weinseminar statt. 20 bis 25 verschiedene Weine werden da gemeinsam verkostet. Reservierung ist keine nötig. Und dann lernt man mit Muße, was der Geruch, was die Farbe über den Tropfen aussagt. Damit der Gaumen sich orientieren kann, wird immer eine Rebsorte in ihren verschiedenen Facetten angeboten. So kann sich auch ein „Wein-Anfänger“ durch die Sorte durchschmecken, sich seinen Favouriten aussuchen.

Weinmarkt Grieser Aalen

Der Weinmarkt Grieser in Aalen hat Weinliebhabern viel zu bieten. Foto: opo

Welcher Wein ist richtig?

„Wein sollte getrunken werden“ erklärte Mühlberger. Viele aber lagern ihn ein – und das dann gerne auch mal zu lange. Wer auf „alten“ Wein als Geldanlage setzt, sollte diese als eine Art Aktie ansehen: Wer sich nicht auskennt, hat schnell verloren. „Mit Wein auf diese Art Geld zu verdienen,  funktioniert nur mit großen Namen,“ weiß der Mann des Weines. Lagern, um das edle Tröpfchen reifen zu lassen, geht nur mit einem langlebigen Wein, bei konstanter Temperatur und ohne Licht. Ein wirklich guter Wein reift nach – und wird immer besser.

Aber was macht einen guten Wein aus? Will man Profi Marcel Mühlberger Glauben schenken, ist der Geruch enorm wichtig. Und da verhält es sich ähnlich, als würden zwei Menschen aufeinandertreffen: Kann ich mein Gegenüber nicht riechen, mag ich ihn im Zweifel auch nicht. Mit Wein verhält es sich ähnlich: Jeder Mensch hat seinen ganz eigenen Geschmack. Er bestimmt was ihm schmeckt oder nicht. Daher sollte sich ein Weinlaie ganz auf seinen Geruchs- und dann auf den Geschmacksinn verlassen. Deshalb ist es auch so wichtig, den Tropfen vor dem Kauf zu probieren. 200 offene Weine sind an der Weintheke von Weinmarkt Grieser zum Einschenken ständig bereit.

Als nächstes Qualitäts-Kriterium verweist Marcel Mühlberger auf die Farbe. Er zeigt an einem Rotwein auf, worauf der Betrachter besser zu achten hat. „Das Auge trinkt mit,“ ist sein Tipp. Im schrägen Glas, gegen ein weißes Blatt Papier gehalten, zeigt sich schnell, wie sich die Farbe von außen nach innen verdunkelt. Der Experte dreht das Glas, verweist auf die Schlieren, die nun  entstehen. Auch sie sind ein Indiz für hervorragenden Wein. Geschmacksgebend und nicht so einfach zu wiederholen ist übrigens auch die Atmosphäre, in der der Wein getrunken wird.

Viele kennen das: Man bringt einige Flaschen aus dem Urlaub mit. Öffnet sie zu Hause – und plötzlich will sich der einstige, gute Geschmack so gar nicht einstellen, schmeckt der Wein plötzlich nicht mehr. Kein Wunder: In heimischen Gefilden wird der Wein anderen Luft- und Temperaturverhältnissen ausgesetzt. Er reagiert mit der Luft und erhält auch dadurch seinen Geschmack. Ein Grund mehr, vor Ort zu kaufen und vorher zu probieren. Marcel Mühlberger weist auch auf die Gesellschaft hin, in dem der Wein getrunken wird. Auf einem Volksfest hat ein richtig guter Wein also nichts zu suchen. Das gibt dem Experten vom Weinmarkt Grieser die Gelegenheit auf die Hausmessen hinzuweisen.

Weine probieren und mit den Winzern selbst sprechen – bei den Hausmessen ist das möglich. Die Winzer kommen dann aus der ganzen Welt nach Aalen. USA, Chile, Argentinien – klangvolle Namen sind da zu Gast. Überhaupt sind internationale Tropfen wieder sehr gefragt. Aus diesem Grund rät der Weinexperte, eingefleischten Deutsch-Wein-Trinkern auch mal ausländische Weine zu probieren. Diese haben meiste nicht so viel Säure. Aktuell sind Weine aus Süditalien der Renner. „Diese sind sehr trinkfreudig,“ verspricht Mühlberger.

Die Unsicherheit des Wein-Laien

Werde ich den guten vom schlechten Tropfen unterscheiden können? Falle ich auf ein billiges Aroma herein? Schnell steigt wieder die Unsicherheit hoch, auch ja zum richtigen Wein zu greifen. Marcel Mühlberger nimmt diesem Moment der Unsicherheit schnell die Durchschlagkraft: Er lacht und zeigt in die Regale. 1400 Weine lagern dort. 200 verschiedene Rebsorten. Es folgt erneut sein klares Mantra: „Probieren, probieren, probieren!“

Weinmarkt Grieser und Inhaber Alfons Wiedemann haben nicht nur für solche Fälle das Weinabo eingeführt. Sie ist eine wunderbare Lösung für Laien, das Angebot zu kosten. Monatlich erhält der Abonnent drei Flaschen für zwanzig Euro. Immer wird ein Weingebiet ausgewählt, wenn möglich der gleiche Produzent. Ergänzt wird die Beschreibung, woher der Wein kommt, wie er schmeckt, was das Besondere an ihm ist und zu welchen Gerichten er passt. „Wir haben hier sozusagen eine Art Fitnessstudio für Wein entwickelt,“ grinst Mühlberger. So kann Nase und Gaumen trainiert werden. 1500 Abonnenten setzen schon auf diese clevere Wein-Idee. Sie ist Deutschlands erfolgreichstes Weinabo. Doch auch so ist der Laden gefragt: Aus ganz Deutschland kommt die Kundschaft nach Aalen. Aus Moers, Berlin und sogar Sylt.

Weinmarkt Grieser Wein

Marcel Mühlberger vom Weinmartk Grieser erklärt Aalen-erleben Reporter Michael Scheidle, woran man hochwertigen Wein erkennt.. Foto: opo

Welches Glas zu welchem Wein?

Wie wichtig ist das Glas beim Wein trinken? Mühlberger lässt den Blick kritisch über eine Riege Gläser schweifen: „Es kommt darauf an,“ formuliert er vorsichtig. Er schwört auf gülden-förmiges Glas von Eisch im Schwarzwald. Es macht den Wein weicher, da er schneller Kontakt mit Sauerstoff aufnimmt. „Der Gerbstoff im Wein wird weicher“, erläutert Mühlberger. Auch wenn der Wein eine säuerliche Note hat, kann man ihn mit Sauerstoff gnädiger stimmen: Die Luft macht ihn trinkbarer.

Weinglas mit Wein

Das richtige Glas ist wichtig, damit der Wein genug Sauerstoff bekommt. Foto: opo

Zum Schluss noch die Frage: Was ist besser – Kork oder Drehverschluss? Im Drehverschluss sieht Marcel Mühlberger die Zukunft. Hier gibt es Möglichkeiten, zum Beispiel durch spezielle Legierungen, den Geist des Weines besser zu erhalten. Beim langen Lagern kann Naturkork einen Schimmelpilz bekommen. Dieser setzt dem Geschmack zu. Der Wein schmeckt dann wie alte Pappe. „Ein Stecknadelkopf großer Pilz kann eine Badewanne Wein ungenießbar machen,“ weiß Mühlberger aus Erfahrung.

Wichtig ist also beim Weinkauf das Vertrauen zum Verkäufer und der Geschmacksinn des Kunden. ‚Face-to-face‘ wie es neudeutsch heißt. „Nur die klare, reine Frucht in der Flasche“ – die ist für das Team um Alfons Wiedemann wichtig. Also: Einfach mal Probieren!

Mehr Informationen zum Weinmarkt Grieser gibt es hier.

Autor: Michael Scheidle Fotos: Oliver Giers (opo)

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